Aktuelles



 

Angedacht

 

Der Tod beschäftigt uns. Zurzeit geht ein Virus um die Welt, das schon viele Todesopfer gefordert hat. Wir haben Angst, selbst

davon betroffen zu werden. Der Tod beschäftigt uns aber auch im übertragenen Sinne. Beziehungen brechen entzwei. Menschen, die sich früher einmal sehr geliebt haben, haben sich plötzlich nichts mehr zu sagen. Ihre Beziehung stirbt.

Natürlich ist der Tod eines Menschen ungleich schwerer als der Tod einer Beziehung, aber traurig macht uns beides.

Mitunter lähmt es uns, so dass wir keinen Ausweg sehen.

„Es wird gesät verweslich und wird auferstehen unverweslich.“ Der Monatsspruch für den April malt uns ein Bild der Hoffnung.

Vom Säen spricht er. Ein Samenkorn, welches in die Erde fällt, stirbt zunächst auch. Es zerfällt. Aber aus seinem Inneren

wächst Neues – ja sogar Vielfältiges.

Die Bibel geht hier sogar noch einen Schritt weiter. Sie spricht von einer Auferstehung zu einem Ewigen, Beständigen,

Unverweslichen.

Was heißt das in unserem Leben? Im Blick auf zerbrochene Beziehungen heißt das: Ich kann loslassen, die Verletzungen

abgeben und aufhören zu kämpfen. Er wird es neu machen. Er wird mich verwandeln – Bitterkeit in Freude, Wut in Demut,

Einsamkeit in Gemeinschaft.

Das braucht Zeit – wie es auch Zeit braucht, damit etwas wächst. Manchmal braucht es auch viele Tränen. Aber ich glaube, dass er mich auf diesen Weg trägt und begleitet.

Und was heißt es im Umgang mit dem Tod? Ich bin bei ihm zu Hause. Wenn er mich so durch mein Leben und meine persönlichen Krisen trägt, dann wird er mich auch durch den Tod tragen. Ich glaube daran, dass ich von ihm verwandelt werde, auch nach meinem Leben hier auf Erden.

Herzliche Grüße,

Ihre Friederike Knittel