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Angedacht

 

Ein erstaunlich warmer Herbsttag, mit strahlendem Sonnenschein und klarer Luft in den wunderschönen Allgäuer Alpen.

Knapp zweitausend Meter misst der Gipfel, ein unbändiges Gefühl der Freiheit durchströmt mich, als ich die Hand ans Gipfelkreuz lege. Doch mit dem beginnenden Abstieg merke ich schnell, wie kräftezehrend der Aufstieg war – die Berghütte als Sehnsuchtsort. Gestärkt stellt sich schnell eine wohlige Müdigkeit ein. Doch lange ausruhen ist keine Option, vor Einbruch

der Dunkelheit muss das Tal erreicht sein.

So idyllisch, geradezu erholsam, war es für Elia sicher nicht, als er in die Wüste floh. Er war in eine völlig aussichtslose

Situation geraten, wusste nicht mehr weiter und es verließen ihn seine Kräfte. Er wünschte sich zu sterben. Doch genau in

dem Moment kommt Gott ihm zur Hilfe, versorgt ihn in der Wüste. Elia isst und trinkt – dann wird er müde und will sich

schlafen legen. Doch es kommt anders, wie wir es im Monatsspruch erfahren: „Der Engel des HERRN rührte Elia an und

sprach: Steh auf und iss! Denn du hast einen weiten Weg vor dir.“ (1.Könige 19,7).

Elia folgt der Aufforderung und geht gestärkt seinen Weg – vierzig Tage und Nächte, so steht es dort.

Mich bewegen zwei Aspekte besonders an diesem Text: Einerseits ist es Gottes Zusage, in der größten Not an unserer Seite zu

sein und uns zu stärken. Andererseits ist es die Aufforderung, selbst tätig zu werden: Du kannst! Aus der geschenkten Zuwendung Gottes folgt die Verantwortung, diese Kraft zu nutzen. Gott stärkt uns zu eigenem Handeln, zum wieder Aufstehen, zu neuen Schritten, zu Lebensmut und Freude. Manchmal braucht es etwas Überwindung und vielleicht einen

kleinen Anstoß, um diese Kraft zu spüren.

Wenn mir dann wieder nach dem erklommenen Gipfel oder durchquertem Tal der nächste Schritt eigentlich zu anstrengend

scheint, kann ich mich daran erinnern, die neue Kraft zu nutzen. Das wünsche ich uns allen!

 

Herzliche Grüße, Ihr Sebastian Holzhausen