Aktuelles



 

Angedacht

 

Ich freu mich,

… dass es schneit,

… dass ich viel Zeit mit meinem Liebsten verbringen kann,

… dass meine Amaryllis schon zum zweiten Mal blüht,

… dass meine Eltern ihre Corona-Erkrankung gut überstanden haben,

… dass meine Arbeitskollegin mir heute früh ein kleines Geschenk an den Platz gestellt hat.

 

Worüber haben Sie sich heute gefreut? Mitunter sind die schlechten Nachrichten obenauf. Was uns ärgert, das platzt förmlich

aus uns heraus. Da brauche ich auch keine Beispiele zu nennen. Da fällt jedem etwas ein. Die Guten Nachrichten dagegen

haben es weitaus schwer durchzukommen. Manchmal liegen sie wie unter einer dicken Eisschicht. Man braucht viel Energie um diese selber aufzutauen. Mitunter hat sich die Eisschicht sogar um uns gelegt und wir sind erstarrt.

Ich habe vor einigen Tagen eine Sendung im Fernsehen gesehen. Da ging es um unsere Natur, um das Klima und wie die Lebewesen auf der Erde damit umgehen. In dieser Sendung wurde ein Frosch gezeigt, ein Waldfrosch, der in Kanada lebt und

im Winter gänzlich einfriert. Sein ganzer Körper gefriert und sein Herz hört auf zu schlagen. Aber im Frühling, wenn die Sonne

scheint, taut er wieder auf und erwacht zu neuem Leben. Mich hat diese Geschichte total berührt. Ich dachte gar nicht, dass

es so etwas gibt.

Aber eigentlich müsste ich es ja besser wissen. Wer an Ostern glaubt, der kann auch an die Wiederauferstehung von Fröschen

glauben – oder?

Ich finde diese Geschichte unheimlich Mut machend. Ja, es gibt die Zeiten des Frostes, der Starre, der Unbeweglichkeit. Und es kostet uns wahnsinnig viel Energie, wenn wir ständig versuchen dagegen anzukommen. Manchmal haben wir sogar das Gefühl, dass wir am Ende sind.

Da ist es gut zu wissen, dass wir in Gottes Hand sind.

„Freut Euch darüber, dass eure Namen im Himmel verzeichnet sind.“

Für mich heißt das, dass der, der die Welt in seinen Händen hält, mich beschützt und beschirmt. Er weiß wie es weitergeht – auch wenn meine Pläne platzen.

Er kennt meinen Namen – das ist ein Grund zur Freude.

Diakonin Friederike Knittel

 

(übrigens hat Johann Sebastian Bach seine Werke mit „Soli Deo Gloria“ unterzeichnet. Das wäre wohl angebracht hier an dieser Stelle: Gott allein die Ehre!)