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Angedacht 

 

Gott lieben, das ist die allerschönste Weisheit. 

 

Man hat sogar Kirchen nach ihr benannt! Was hat es aber auf sich mit dieser Geheimnisvollen?

Manch einer wünscht sich Weisheit im Alter. Aber man hört weise Worte auch schon aus Kindesmund. Weisheit lässt sich nicht erwerben, erarbeiten. Sie ist eine Gabe. Vielleicht eine Gabe des Alters? Auf jeden Fall eine, die dem Leben entspringt.

Mit Weisheit begabt zu sein, ist ein Segen. Salomo, einer der ganz großen Weisen. In Psalmen wird sie besungen und steht der Gotteserkenntnis ganz nah.

Und man hat sogar Kirchen nach ihr benannt. Die „Hagia Sophia“ in Istanbul, die Kirche der „Heiligen Weisheit“, im Konstantinopel des 6. Jahrhunderts erbaut, hat mich schier umgehauen. Jahrhundertelang war sie die größte Kirche der Welt.

Ein immenser Kuppelsaal, geschmückt bis heute mit wenigen goldenen Mosaiken und später hinzugekommenen arabischen Schriftzügen. Ein Raum, der der Schwerkraft spottet, der von vergangener Machtentfaltung erzählt und doch einzig und allein dem Lob Gottes dienen will. Ein paar Straßen weiter unterhalb steht ihre kleine Schwester: Die „Kleine Hagia Sophia“, wenige Jahre früher gebaut. Die hat mich zutiefst berührt: Klein, alt, treu und abseits von allem Prunk und Trubel.

So ist das mit der Weisheit im Alten „Ost- Rom“: Einerseits raumgreifend und im Mittelpunkt, millionenfach besucht und bewundert, andererseits unscheinbar und am Rande, schwer zu finden und noch schwerer zu ergründen. Denn schließlich bleibt die Weisheit doch immer ein Mysterium.

„Die allerschönste Weisheit“ aber, so sagt unser Monatsspruch, ist Gott zu lieben. Und auch das ist etwas, wohin einen das Leben führt. Wir können uns dieser Liebe nur öffnen.

Seien Sie herzlich gegrüßt,

Ihr Pfarrer Freimut Lüdeking