Aktuelles



 

Angedacht

 

Ich weiß schon, was Sie denken: Jetzt kommt wieder irgend so eine langweilige Abhandlung über den Monatsspruch, belangloses  Zeug, das nicht mal theologisch interessierte Menschen tangiert. Also weiterblättern …

Ja, weiß ich schon, was Sie denken? Woher weiß ich denn wohl, was Sie denken?

Etwa weil ich Sie sooo gut kenne? Oder vielleicht doch nur, weil es für mich das Einfachste ist, anzunehmen, dass Sie

genauso ticken wie die meisten Menschen. Oder wenigstens so, wie die Menschen, die so ticken wie ich. Vielleicht denke ich

auch nur, dass Sie denken, was ich gern hätte, dass Sie es denken, weil es mir besser ins Konzept passt.

Aber wie wär’s denn mal mit Abwarten? Nachfragen, zuhören, um zu erfahren, was Sie wirklich denken. Müsste ich da von

meinem hohen Ross steigen? Oder wäre das Risiko zu groß, dass Sie vielleicht etwas ganz anderes denken, als ich eingeplant

habe? Ich müsste umdisponieren, vielleicht auf ganz Unerwartetes reagieren, auf jeden Fall müsste ich mich auseinandersetzen – mit neuen, fremden, möglicherweise sogar befremdlichen Gedanken, mit … mit Ihnen. Da ist es doch angenehmer, so etwas zu umgehen und einfach drauflos zu reden, frei von der Leber weg. Ich weiß ja ohnehin, was Sie denken…

„Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn“, so schreibt es Jakobus in unserem Monatsspruch. Wie viel Lebenserfahrung spricht durch diese kleine Richtlinie! Schon der Volksmund, der ja nicht ganz dumm ist, hat erkannt, dass Reden (nur) Silber ist, Schweigen dagegen Gold.

Nun bedeutet Schweigen aber nicht automatisch auch Hören. Wer im Gespräch sein Reden unterbricht, ist nicht automatisch auch bereit, sich auf die Worte des Gesprächspartners einzulassen. Manch einer nutzt solch eine Redepause auch, um mal schnell die E-Mails zu checken.

Ich glaube, dass das Hören in unserer Zeit immer wichtiger wird: Auf die ernst gemeinten Worte der anderen zu hören, dabei auch die Zwischentöne herauszuhören und über dies noch aufrichtig bemüht zu sein, verstehen zu wollen, was der andere meint. Das ist schon ein hoher Anspruch. Aber das würde sowohl auf oberer politischer Ebene wie auch in unserem alltäglichen Umfeld manches Mal für Entspannung sorgen. Wo schnell geschrien wird, Hass und Ablehnung kundgetan,

Menschen in Schubladen gesteckt und vorverurteilt werden, da wird das gegenseitige Verständnis nur erschwert.

Auf unserer Studienfahrt nach Birmingham lernten wir das Jugendprojekt „the feast“ kennen, in dem Jugendliche verschiedener Kulturen und Glaubensgemeinschaften zusammenkommen, um gemeinsam Dinge zu unternehmen und sich kennen zu lernen. Diese Jugendlichen haben vier Grundsätze erarbeitet, an die sie sich im Gespräch miteinander halten wollen. In den ersten zwei geht es um das Sprechen und Hören:

 

#1: Sprich positiv über deinen Glauben und nicht negativ über den anderer.

#2: Erzähl nicht anderen, was sie glauben. Lass sie es dir sagen.

(www.thefeast.org.uk)

 

„Schnell zum Hören, langsam zum Reden“, schreibt Jakobus. Er wusste um die Grundlagen für ein gutes Zusammenleben.

 

Ich wünsche Ihnen und Euch eine schöne und erholsame Ferienzeit und grüße herzlich!

Pfarrer Freimut Lüdeking

  


 

Sebastian Kreß wird Vikar in Reichenberg und Moritzburg

Ab 1. März wird wieder ein Vikar in unseren Gemeinden unterwegs sein. Sebastian Kreß hat mit dem Vikariat den praktischen Teil seiner Ausbildung zum Pfarrer begonnen: Ein halbes Jahr lang war er bereits zum religionspädagogischen Teil in Radebeul, jetzt kommt er für zwei Jahre Gemeindevikariat zu uns. Ich freue mich und bin gespannt auf den Austausch mit ihm – im besten Fall werden beide Seiten voneinander lernen und gemeinsam weiter kommen.

Am 24. März wollen wir Herrn Kreß im Gottesdienst feierlich begrüßen und ihm Gottes Segen zusprechen. Beim Kirchenkaffee wird dann noch Gelegenheit sein, ihn im Gespräch ein wenig näher kennen zu lernen. Seien Sie dazu herzlich eingeladen!

                                                                                                                                                                                      Pfarrer Freimut Lüdeking

 

Liebe Gemeindeglieder,

 

manche von Ihnen und Euch haben mich an der einen oder anderen Stelle vielleicht schon gesehen, aber ich möchte mich auf diesem Weg kurz vorstellen, da ich seit Anfang März Vikar in dieser Gemeinde bin.

 

Ich bin 29 Jahre alt und komme ursprünglich aus Taucha bei Leipzig. Vor dem Vikariat lag die Zeit des Theologiestudiums, das ich in Leipzig und Marburg absolviert habe. Das war für mich eine schöne und spannende Zeit, um den großen und manchmal auch kleinerer Fragen des Glaubens nachzugehen. Neben der Wissenschaft waren da für mich oft auch persönliche Gespräche und die Literatur wertvolle Quellen, um mich diesen Fragen anzunähern.
Außerdem habe ich in der Zeit des Studiums die ökumenische Gemeinschaft im französischen Dorf Taizé als einen Ort entdeckt, der mich auf meinem Glaubensweg sehr geprägt hat. Dort habe ich im Winter 2015/16 auch ein knappes halbes Jahr als freiwilliger Helfer gelebt und gearbeitet, was eine sehr bereichernde Zeit für mich war.

 

Nun liegt mit dem Vikariat eine wichtige Etappe auf dem Weg zum Pfarrberuf vor mir. Auf diese Zeit hier in der Gemeinde freue ich mich schon sehr. Ich bin gespannt darauf, in den nächsten 2 Jahren das Gemeindeleben vor Ort kennenzulernen und mitzugestalten. Und ich freue mich auch besonders auf die vielen Begegnungen und Erfahrungen, die mich hier erwarten werden. Dabei hoffe ich auch sehr, dass ich so manchen guten Beitrag zum Gemeindeleben leisten kann.

 

In Vorfreude auf ein baldiges Kennenlernen grüßt Sie und Euch ganz herzlich

Ihr/Euer Vikar Sebastian Kreß

Niklas Helbig ist Prädikant

 

Nein, nicht Praktikant. Ein „Prädikant“ (=Prediger) ist jemand, der/die Gottesdienste hält, ohne Pfarrer/in sein zu müssen. Niklas Helbig hat eine 2 ½-jährige Ausbildung absolviert und hier in Reichenberg seinen Anerkennungs-Gottesdienst gehalten. Am 31. März wird er von Superintendent Nollau feierlich in sein Ehrenamt eingesegnet.