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Angedacht

 

 

Sommer, Sonne, Urlaub, Versöhnung! Ich gebe zu, das letzte Wort passt hier nicht so richtig in die Aufzählung. Aber wäre es

nicht wunderbar, wenn wir durch unseren Urlaub versöhnt werden mit der Welt? Wenn wir auf dem Rückweg aus dem Urlaub uns nicht über den Stau aufregen, sondern dankbar für die Zeit sind, die wir mit unseren Lieben verbringen können. Wenn uns die lange Schlange in der Kaufhalle dazu führen würde, ins Gespräch mit dem Nachbarn zu kommen. Wenn die fehlenden Konzerte und Theaterveranstaltungen uns dazu bewegen, das gesparte Geld zu spenden.

Unsere Welt ist auf Perfektion aus. Alles wird optimiert. Jeder muss sich anstrengen, um dazu beizutragen, dass alles gut wird.

Fehler müssen unbedingt vermieden werden. Auch für meine Gesundheit soll ich mich anstrengen, Orte meiden, an denen viele Menschen sind, möglichst wenig Kontakte zu fremden Menschen pflegen. Das alles versetzt mich tagtäglich in Stress.

Aber was wäre, wenn wir mit unseren eigenen Schwächen versöhnt wären. Wenn wir uns nicht ständig diesem Druck aussetzen müssten perfekt zu sein.

Für mich heißt dieser Monatsspruch, dass ich einen Vater habe, der mich mit meinen Schwächen annimmt. Ja mehr noch, der mich so liebt, wie ich bin.

Weil er mich liebt, kann ich auch andere annehmen und lieben. Weil er mir vergibt, kann ich auch anderen vergeben. Manchmal fällt mir das nicht leicht. Besonders dann nicht, wenn ich verletzt wurde. Aber auch dann hilft er mir.

Versöhnung lässt sich nicht im Urlaub finden, oder doch?

Ihre Friederike Knittel