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Angedacht

 

 

„Wir sagen euch an den lieben Advent …“ – so beginnt ein beliebtes Adventslied, das wir gerne in unseren Adventsgottes-diensten singen. Dabei entzünden wir die Kerzen am Adventskranz. Von Sonntag zu Sonntag wird es ein bisschen heller. In der dunklen Jahreszeit lenken die Kerzen unseren Blick auf das göttliche Licht, das durch Jesu Geburt in unsere Welt hineinstrahlt.

Die brennenden Kerzen sind auch ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach einem Licht, das unsere Herzen hell und warm

macht. Um dem auf die Spur zu kommen, was das Herz erstrahlen lässt, wünschen sich viele Menschen jedes Jahr aufs Neue,

dass die Adventszeit eine „besinnliche“ Zeit wird.

Doch dann kommt es oft anders: Eine Adventsfeier folgt auf die nächste, und auch die Suche nach den passenden Weih-nachtsgeschenken wird von Tag zu Tag immer drängender. Dieses Jahr wird die Adventszeit in manchen Hinsichten anders sein, als wir es gewohnt sind.

Auf manches, was uns in dieser Zeit lieb ist, werden wir verzichten müssen. Aber vielleicht birgt sich gerade darin auch eine

Chance, die Adventszeit mal ganz neu zu entdecken – als besinnliche Zeit. Durch die besonderen Umstände in diesem Jahr habe ich vieles in meinem Alltag anders und bewusster erlebt als sonst.

Das kann den eigenen Blick für die großen Lebensfragen schärfen: Was ist mir persönlich wichtig? Welche Sehnsucht nach Licht und Wärme trage ich in mir? Wo erlebe ich gerade in dieser Zeit Licht und Wärme? Und wie kann ich selbst etwas davon an andere Menschen weitergeben?

Vielleicht bietet ja diese Adventszeit die Möglichkeit, anstelle von Weihnachtsmarktbummel mal in Ruhe einen Adventsgruß zu schreiben (oder zu basteln) für jemanden, an den ich gerade in diesem Jahr besonders denke. Oder anstelle von Adventsfeiern findet sich Zeit in der Familie, um gemeinsam adventliche Geschichten zu lesen und Lieder zu singen.

Ich wünsche Ihnen, dass die Adventszeit im guten Sinne eine stille Zeit wird und dass Sie trotz nötiger Abstände immer

wieder schöne Erfahrungen herzlicher Verbundenheit machen.

Und ich wünsche Ihnen, dass Sie auf ganz besondere Weise der adventlichen Botschaft auf die Spur kommen, die in der

5. Strophe des Liedes „Macht hoch die Tür“ so schön ausgedrückt ist:

 

„Komm, o mein Heiland Jesu Christ, / meins Herzens Tür dir offen ist. / Ach zieh mit deiner Gnade ein,

dein Freundlichkeit auch uns erschein. / Dein Heilger Geist uns führ und leit / den Weg zur ewgen Seligkeit.

Dem Namen dein, o Herr, / sei ewig Preis und Ehr.“

 

Es grüßt Sie herzlich Ihr Vikar Sebastian Kreß